Verhütungsmittel in der Antike

Obwohl ich bereits Videos zu diesem Thema gemacht habe, möchte ich die Verhütungsmittel der Antike nochmals auflisten und alles verschriftlichen. Nun zu den Verhütungsmethoden der Antike.

Warnung! Bitte nicht nachmachen!

  • Tränke

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Photo by Toa Heftiba on Unsplash

Im Papyrus Ebers, das sogenannte älteste Medizinbuch der Welt, findet man einige Rezepte zur Empfangsverhütung. So wird auch beschrieben dass man einen Trank aus süßem Bier, Sellerie und Öl nach dem Sex trinken soll. Oder ein weiteres Wundermittel: Ein in Wasser aufgelöstes Konzentrat aus Kupfererz und Sadebaum, soll ein ganzes Jahr schützen, wenn man es trinkt. Sicher sehr gesund. (Bitte nicht trinken!)

  • Krokodilkot 

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Photo by Stephanie LeBlanc on Unsplash

Ja richtig. Im Papyrus Ebers wird eine andere Rezeptur beschrieben, die Kot ins Spiel bringt. So soll man im Alten Ägypten den Krokodilkot zerstoßen und im gegorenen Pflanzenschleim eintauchen. Anschließend wird das Gemisch in die Scheide eingeführt.
Durch heutige Forschungen wurde jedoch belegt, dass durch die Inhaltsstoffe des Kots das Scheidenmilieu verändert wird und die Beweglichkeit der Spermien dadurch blockiert wird. Also womöglich hat es sogar funktioniert und bewährte sich, sonst hätte man es nicht auf das Papyrus geschrieben.

  • Honig 

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Photo by Amelia Bartlett on Unsplash

Honig wurde ebenfalls oft zum Vermischen von Verhütungsmittel verwendet. So schreibt man im Papyrus Ebers, dass man Honig mit zerstampften Acacia Früchten oder Blättern mischen soll und anschließend in einen Stoff tränken, um dieses wiederum wie ein Tampon in die Vagina einzuführen.
Sidefact: Heute weiß man, dass Acacia als Spermizid dienen kann.

  • Silphium 

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(Symbolfoto) Photo by Owen Young on Unsplash

Die Minoer, Ägypter, Römer und Griechen schworen auf diese Pflanze. Silphium wurde vielseitig verwendet und so auch für die Verhütung. Frauen tranken entweder die Samen in Form eines Saftes einmal im Monat oder tauchten Wolle in den Saft, was sie wiederum in die Vagina einführten. Heute weiß man nicht, wie es wirkte und ob es gewirkt hat, denn die Pflanze ist wahrscheinlich ausgestorben.

  • Stillen 

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Im alten Ägypten ging man auch davon aus, dass Stillen ein Empfängnis verhindere. Einige glauben auch heute noch daran.

  • Coitus Interruptus 

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Nach neuesten Studien soll die Beliebtheit an dieser Verhütungsmethode wieder zunehmen. In der Bibel schwor man bereits darauf. Pearl Index liegt bei 27 zur Info.

  • Analsex

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Analverkehr war einer der gebräuchlichsten Methoden, um Schwangerschaften zu verhindern.

  • Pflanzen 

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Vorher wurde schon Silphium erwähnt, aber auch Möhrensamen, Weidenblätter, Granatäpfelkerne, Flohkrauttee, Myrrhe und Weinrauten wurden zur Verhütung hinzuzogen.

  • Quecksilber 

Im antiken China tranken Frauen Quecksilber um eine Schwangerschaft zu verhindern. Es war ziemlich effektiv, denn es führte zu einer Fehlgeburt. Heute wissen wir ja, dass Quecksilber auch sonst enormen Schaden anrichtet. Es kann zum Tod führen.

  • Vom Niesen zum Auf-und Abhüpfen! 

Richtig gehört. Nach dem Akt soll die Frau im alten Rom auf und abhüpfen, um den Samen aus ihrer Vagina rauszubefördern. Ein anderer Tipp: Wenn der Mann ejakuliert, soll die Frau die Luft anhalten, am besten niesen und sofort ihre Vagina auswaschen.

  • Amulette und Beschwörungsformeln 

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Photo by Alex Chambers on Unsplash

Man versuchte durch bestimmte Sexpositionen ein Empfängnis zu verhindern, aber auch durch Amulette und Beschwörungsformeln. So soll man sich Amulette und Glücksbringer um Hals oder Oberschenkel binden während dem Sex. Ganz lecker ist die Beschreibung, dass man ein ein Behältnis mit Katzenleber um den linken Fuß binden soll, wie auch ein Elfenbeingefäß mit Löwenuterus um eine andere Stelle. Ich frage mich gerade, ob das erhältlich war und wenn dann nur für die Oberklasse. Das ist eindeutig eine Luxusverhütung. Wer soll sich denn das leisten?

  • Verhütung für Männer 

Im 4.Jh.n.Chr. beschrieb ein römischer Arzt wie Männer chemische Substanzen anwenden können, um ein Empfängnis zu vermeiden. So sollen sie vor dem Akt ihren Penis mit Saft aus Granatapfelsaft, Essig oder Alaun bestreichen. Hm… Hoffentlich hat es nicht gebrannt.

  • Abtreibung 

Eine der herkömmlichsten Methoden war nicht unbedingt die Vermeidung einer Befruchtung, sondern der Abbruch der Schwangerschaft.  Falls Kinder trotzdem das Licht der Welt erblickten, wurden sie meistens getötet (aussetzen etc.). Dies zieht sich durch alle Jahrhunderte und Jahrtausende durch wie auch durch die verschiedenen Gesellschaftsklassen.

Ich hoffe, dass ich keine Methode ausgelassen habe! Fällt euch eine ein? Wie dem auch sei, hoffe ich, dass mein Beitrag informativ war und euch gefallen hat. Unten liste ich ein paar weiterführende Links an 🙂

  • http://de.muvs.org/topic/wie-frauen-in-der-antike-verhueteten/
  • http://de.muvs.org/topic/abtreibung-in-der-antike/
  • http://www.planet-wissen.de/gesellschaft/sexualitaet/verhuetung_liebe_ohne_folgen/index.html
  • http://www.dirkschmitt.de/geschichte.html
  • http://www.huffingtonpost.de/2014/04/16/historische-verhuetungsmittel_n_5158325.html
  • http://mentalfloss.com/article/83685/9-forms-birth-control-used-ancient-world
  • http://listverse.com/2010/11/14/10-ancient-methods-of-birth-control/

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