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Geschichte 1×1: Epochen der Antike

Letztes Mal habe ich die Epochenbegriffe des Altertums vorgestellt. Dabei haben wir erkannt, dass Antike nicht gleich Altertum ist, sondern zwei separate Begriffe sind. In diesem Beitrag möchte ich auf die Antike selbst und ihre Epochen eingehen und vorstellen.

Vorab: Wichtig zu wissen!

Die Epochen, die ich hier aufzähle und erkläre werden nur oberflächlich behandelt. Die Begriffe der Epochen sind nicht einheitlich auf unsere Welt anwendbar, da sich Kulturen, Länder etc. unterschiedlich schnell oder langsam entwickelt haben. In den Geschichtswissenschaften ist man sich nicht einig wann welche Epoche beginnt und aufhört, genauso die Frage, in welchem geographischen Raum man den Begriff anwenden kann bzw. die Charakteristika zutreffen. Außerdem geschieht jene in diesem Beitrag nach “europäischer Einteilung und Sicht”. Für andere Kontinente und Länder treffen so manches Mal eigene Epochen, Eingrenzungen (s. präkoloniales Amerika) etc. zu. Doch nun zum Eingemachten!

Wenn wir von der Antike sprechen….

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sprechen wir von einem Begriff der geographisch auf den Mittelmeerraum und zeitlich auf 800.v.Chr. bis 600.n.Chr. beschränkt ist. Primär umfasst die Antike die Geschichte Griechenlands und des römischen Reiches, das im Grunde den Mittelmeerraum unter sich vereinte.

Im weiteren Sinne jedoch kann man auch die altorientalischen Reiche wie etwa Ägypten, Mesopotamien, Assyrien, Persien etc. miteinbeziehen, deren Anfänge sich um 3500 v.Chr. finden. Jedoch bevorzugt man in den Geschichtswissenschaften den größeren Begriff des Altertums, das ich bereits vorgestellt habe.

Was war vor der Antike?

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Griechenland zur Zeit des Helladikums

Das Altertum. Das wissen wir ja bereits (s.Geschichte 1×1: Epochen des Altertums). Jedoch meine ich damit spezifisch, was vor dem antiken Griechenland war. Das waren die Hochkulturen der Minoer und Mykener. Die Zeit, in der sie lebten, wird als Helladikum (ca.3000 v.Chr.- ca.1050 v.Chr.) bezeichnet. Auf das möchte ich gerne in einem anderen Beitrag genauer eingehen.

Damals gab es bereits intensive Kontakte mit anderen bekannten Reichen am Mittelmeer, wie etwa Ägypten, Zypern, Anatolien (unter den Hetithern) etc. Jedoch auch mit Italien, darunter auch Sizilien. Man geht sogar davon aus, dass die Mykener sich teilweise in Süditalien niederließen.

Dann jedoch fielen die Palastzentren der Mykener und andere Reiche um das Mittelmeer allmählich zusammen. Früher mutmaßte man, dass die alten Reiche ein abruptes Ende fanden. Wahrscheinlicher aber ist, dass die großen Hochkulturen (bis auf Ägypten) über einen längeren Zeitraum langsam ihr Ende fanden.

Wir wissen kaum, was danach geschah. Diese Zeitspanne dauerte etwa von 1200 v.Chr. bis 750 v.Chr. und werden als Dunkle Jahrhunderte bezeichnet. Kunst und Kultur gingen nicht vollständig verloren. Archäologische Funde weisen auf kunstvoll gestaltete Keramik hin. Jene Kunst prägt die Geometrische Zeit (ca. 900 v.Chr. – 700 v.Chr.) wie auch den geometrischen Stil, der zwar in den dunklen Jahrhunderten seinen Anfang fand, jedoch bis in die Archaik gehen sollte.

Doch die Dunkelheit sollte nicht ewig in Griechenland währen und bald leitete sich ein neues Zeitalter ein.

Die Archaik…

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Griechische Kolonialisierung

folgt auf die “Dunklen Jahrhunderte” um ca. 750 v.Chr. und endet um 500 v.Chr. Vorgänger der klassischen Epoche, wissen wir ab der Archaik endlich wieder mehr über Griechenland. Neben großen Staatsmännern, die in jener Zeit lebten, begannen die Hellenen mit der Kolonialisierung anderer Orte im Mittelmeerraum, wie etwa Unteritalien, Teile Frankreichs und um das schwarze Meer. Man schrieb wieder wichtige Ereignisse nieder und so war es in jener Zeit als die berühmte Ilias und Odyssee entstand. Jene vielversprechende Epoche ging über in die…

…Klassik

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Philippeion

Das klassische Griechenland ist das Griechenland, das uns in den Sinn kommt, sobald wir an die Antike, speziell an das antike Hellas, denken. Vom demokratischen Athen bis zum kriegerischen Sparta. Von berühmten Philosophen bis hin zu noch bekannteren Feldherren und Königen. Die Klassik knüpft an die Archaik um etwa 500 v.Chr. an und dauerte bis ca. 336/323 v.Chr.

Der Hellenismus

Alexander der Große
Alexander der Große

war die Epoche nach der Klassik und beginnt um etwa 336 v.Chr. und somit mit dem Regierungsantritt von Alexander III. von Makedonien, oder besser bekannt als Alexander der Große. Geprägt ist der Begriff durch die Hellenisierung, die unter dem Eroberer und seiner Nachfolger, den Diadochen, im Mittelmeerraum stattfand. Den Fall Ägyptens, dem letzten hellenistischen Reich, durch Rom um 30 v.Chr. bezeichnet man als Ende des Hellenismus.

Diadochenreiche
Nach dem Tod des Alexander wurde sein Reich unter seinen Feldherren, den sogenannten Diadochen, aufgeteilt

Die römische Republik…

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Römische Republik um etwa 44 v.Chr.

existierte bereits seit ca. 475 v.Chr. und deren Begründung fällt somit in die Klassik. Nach und nach verleibten sich die Römer die Diadochenreiche und andere um das Mittelmeer ein, so auch Ägypten um 30 v.Chr. Damit endet nicht nur der Hellenismus, sondern auch wenig später das Zeitalter der römischen Republik selbst. Denn so war es Octavian, der später als Augustus in die Geschichte eingehen sollte, der Ägypten besiegte, ab 31 v.Chr. faktisch bereits Alleinherrscher Roms war und das…

…Römische Prinzipat und Kaiserreich…

begründete. Bis 284 n.Chr. folgten dem Augustus einige Kaiser in die Fußstapfen und erweiterten das römische Reich. Gegen Ende jener Zeit gab eine lange Reihe der sogenannten Soldatenkaiser. Mit dem Tod des letzten Soldatenkaisers folgt die Teilung der Kaiserherrschaft in die Tetrarchie (Viererherrschaft), die den Beginn der Spätantike einleiten soll.

Die Spätantike

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Darstellung der Völkerwanderung in Europa

beginnt also um 284 n.Chr., doch ihr Ende lässt sich schwer festmachen. Wie bereits in Geschichte 1×1: Epochen und Geschichte 1×1: Epochen des Altertums angesprochen wird noch heute in Forscherkreisen darüber diskutiert wann man das Ende der Antike und somit des Altertums festmachen soll. Es gibt jedoch mehrere Ereignisse, die als Epochengrenzen vorgeschlagen werden. So etwa:

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Kaiser Justinian I.
  • 395 n.Chr., als das römische Reich geteilt wurde
  • 476 n.Chr., als das weströmische Reich unterging
  • 565 n.Chr., als Kaiser Justinian starb
  • 568 n.Chr., als die sogenannte Völkerwanderung ihr Ende fand
  • 641 n.Chr., als Kaiser Herakleios starb

Das sind nur fünf von mindestens zehn historischen Ereignissen, die gerne als Ende der Antike gedeutet werden. Und danach folgte das Mittelalter

Nun zu euch: Welches oder welche historische Ereignis(se) ist/sind eurer Meinung nach die Grenze und Übergang zum Mittelalter? Welche Epoche der Antike findet ihr am faszinierendsten?
Und zu guter letzt: Besondere Wünsche oder Vorschläge für den nächsten Beitrag 😁

P.S.: Es wird wie immer ein kleines Quiz dazu auf meiner Instagramstory geben 😉

 

Mein Name ist Alena, zähle 24 Jahre und wohne im schönen Tirol. In Innsbruck habe ich meinen Bachelor in Geschichte gemacht und fange nun das Medienkolleg an. Auf meinem Blog beschäftige ich mich mit Geschichte, Liebe, Sex und anderen Krämpfen wie auch Serien und Filme.

Ein Kommentar

  • The Trajanator

    Wieder mal ein gut zusammengefasster Beitrag! Für mich gibt es eigentlich keine klare Grenze zwischen Antike und Mittelalter. Ein Mittelalter-Professor auf der Universität hat es mal in Bezug auf den Untergang des Weströmischen Reichs so ausgedrückt: wenn wir das Ende der Antike an die letzte antike Institution festnageln, dann wäre das Reich niemals untergegangen. Denn die letzte römische Institution, die des Pontifex Maximus (damals das oberste Priesteramt im alten Rom), lebt ja im nachfolgenden Papstamt noch fort (er wird ja auch als Pontifex bezeichnet). Selbst im merowingischen und karolingischen Frankenreich haben wir noch Elemente, die an spätantike Herrschaftsverhätlnisse erinnern (u.a. Aufteilung des Reichs unter die Söhne der Dynastie, Verschriftlichung von auf die römisch-antike Jurisprudenz basierenden Gesetzen – zB lex Salica; Latein als Amtssprache). Einen Bruch sehe ich am ehesten im Heerwesen – zumindest in den barbarischen Königreichen im Westen. Es gab kein stehendes Berufsheer mehr, stattdessen zu Gefolgschaft verpflichtete Adlige und deren Untergebene/Leibeigene. Die Ausrüstung musste selbst finanziert werden; dementsprechend bildete der Adel bzw. die schwer gepanzerte Reiterei nunmehr das Rückgrat der Armee. Dies sollte sich dann erst im Spätmittelalter durch das Söldnertum ändern (Schweizer Reislaufen, Landsknechtum, ital. Condottieri).
    Welche Epoche innerhalb des Alterums ich am spannendsten und faszinierendsten finde, liegt klar auf der Hand: die hohe Kaiserzeit, im speziellen die Zeit von den Flaviern (ab 68 n. Chr.) bis zu den Antoninen (bis 192 n. Chr.). Und um es nochmal spezieller zu machen: das römische Kriegswesen dieser Zeitspanne ^^

    Lg. Trajanator

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