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Who is important to know in Antiquity? Rulers, Philosophers and Commanders? Who changed the world?

Zunächst einmal: Für mich ist es extrem schwierig zu bestimmen, wen man aus dem Altertum kennen sollte und wen nicht bzw. wer weniger “bedeutend” ist. Für mich gibt es viele bedeutende Personen aus dem Altertum, von Herrschern und Herrscherinnen zu Philosophen und Feldherren. Jedoch gibt es den ein oder anderen Namen, der jedermann und jederfrau etwas sagen sollte. Hier stelle ich nur 10 von wirklich vielen bedeutenden Persönlichkeiten aus dem Altertum vor. Denn natürlich möchte ich diese Thematik für spätere Beiträge weiter ausarbeiten. Doch nun zu den 10 historischen Personen aus dem Altertum, die man kennen sollte!

1. Sargon von Akkad

Als König von Akkad war Sargon der Begründer des ersten zentral verwalteten Großreiches in der Mesopotamischen Geschichte. Er lebte in der zweiten Hälfte des 3. Jahrtausends v.Chr. und seine legendenhafte Ursprungsgeschichte gleicht der von Moses. Man nimmt an, dass er nicht königlicher Abstammung ist und eroberte die Städte im Zweistromland und besiegte dessen Könige.
Als Semit etablierte er seine Sprache stark in Schriften, Urkunden etc. wie auch die semitische Kultur. 
Bis heute sind seine Schriften und Texte in Akkadisch überliefert, eine Sprache, die man beim Studium der Alten Sprachen erlernen kann. 
Sein Großreich vererbte er an seine Nachkommen und bis ca. 2200 v.Chr. sollte sein Reich bestehen ehe es zerfiel und andere die Oberherrschaft ergriffen. 
Definitiv ein Herrscher, dessen Namen man kennen sollte! 

2. Hatschepsut

Sie war Tochter eines Pharaos, Gemahlin und Schwester eines Pharaos und schließlich selbst Herrscherin Ägyptens. Hatschepsut lebte in der ersten Hälfte des 15.Jh.v.Chr. und wurde in die Königsfamilie geboren, als Tochter des Thutmosis I. und seiner großen Königsgemahlin Ahmose. Sie wurde die große Königsgemahlin ihres Halbbruders Thutmosis II. Nach dessen Tod folgte sein Sohn  Thutmosis III. (Sohn einer Nebenfrau), doch zunächst übernahm Hatschepsut die Regierungsgeschäfte. Sie war jedoch faktisch Alleinherrscherin. Vermehrt wird sie dann auch mit männlichen Merkmalen dargestellt (s.Bild). Unter ihrer Herrschaft fanden nicht nur Feldzüge statt, sondern auch große Bauten wurden errichtet und vollendet. Einige ihrer Andenken wurden nach ihrem Tod zerstört. Zunächst vermutete man, dass ihr Neffe Thutmosis III. dafür verantwortlich war, jedoch wurden die Zerstörungen inzwischen als viel jünger eingeschätzt. Hatschepsut: Ein Name, den man sich merken sollte. Ihre Geschichte war bis dato beispiellos für die Altägyptische Geschichte!

3. Nofretete

Nofretete_Neues_Museum

Ihre genaue Herkunft ist nicht so eindeutig zu klären wie bei der ebenso berühmten Hatschepsut, jedoch war Nofretete die große Königsgemahlin des Amenophis IV., besser bekannt als Echnaton. Sie lebte im 14.Jh.v.Chr. und hatte mit ihrem Mann sechs Töchter. Als erstes Königspaar ließen sie ihr Familienleben in der Öffentlichkeit darstellen und in nahezu allen Reliefs aus der Regierungszeit des Echnaton ist auch Nofretete abgebildet. Zusammen etablierten sie den “Aton-Kult”, die Einführung und Verehrung eines einzigen Gottes. Sie wird zur Mitregentin ihres Mannes und übernimmt rituelle wie auch symbolische Handlungen, die normalerweise nur vom Pharao ausgeführt wurden. Über ihren Tod ranken sich einige Theorien. So soll sie ihren Mann Echnaton überlebt haben und ihm sogar als Semenchkare auf den Thron gefolgt sein. Außerdem wird sie auf dem Sarkophag ihres Mannes als Schutzgöttin dargestellt, was einige Forscher ebenfalls als Indiz für ihre kurze alleinige Herrschaft deuten. Ihre Tochter Anchesenpaaton war die Gemahlin des berühmten Tutanchamun.

4. Ramses II.

Auch Ramses der Große genannt, gehört zu einem der am längsten regierenden Staatsoberhäuptern der Welt und gilt als einer der bedeutendsten Herrscher Ägyptens. Er wurde als Sohn bon Sethos I. und dessen Königsgemahlin Tja geboren. Mit 15 Jahren wurde er zum Mitregenten seines Vaters erhoben und zehn Jahre später wurde er nach dem Tod des Sethos zum alleinigen Herrschers Ägyptens. Nach jahrelangen militärischen Auseinandersetzungen mit den Hethitern schafft es Ramses einen fünfzigjährigen Frieden mit ihnen und anderen Nachbarvölkern zu halten. Der Friedensvertrag zwischen ihm und Hattusili III. um 1276 v.Chr. gilt als ältester bekannter Friedensschluss der Geschichte. Der fast 100-fache Vater starb im Alter von 85-90 Jahren und seine Mumie gilt als eine der am besten erhaltenen der Welt. 

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5. Sokrates

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Einer der ganz großen Denker. Der das abendländische Denken grundlegend beeinflusst hat. Gelebt hat der Gute von 469 v.Chr. bis 399 v.Chr. in Athen. Seine Eltern sollen ein Steinmetz/Bildhauer und eine Hebamme gewesen sein. So nannte er seine philosophische Methode des strukturierten Dialogs Maieutik, “Hebammenkunst”. Diese Methode entwickelte er zur Erlangung von Menschenkenntnis, Ethnischen Grundsätzen und dem Weltverstehen. Auf dem Marktplatz von Athen wirkte er am meisten und bald gehörten später ebenso bekannte Philosophen zu seinen Schülern wie Platon, Alkibiades, Xenophon und Euklid. Ebenso berühmt wie seine philosophischen Ansätze ist sein Tod. Es gibt verschiedene Theorien und Ansätze was der genaue Grund oder die Gründe waren, weshalb Sokrates der Prozess gemacht wurde. Jedenfalls wurde er zum Tode verurteilt und musste Gift aus einem Schierlingsbecher trinken. Bis zum Ende versuchte man ihn zu überreden ins Exil zu gehen oder zu fliehen, jedoch weigerte er sich und soll den Becher gefasst entgegengenommen haben. 

6. Alexander der Große

Alexander III. von Makedonien wurde als Sohn von Philipp II. und dessen Königin Olympias geboren. Mit 20 Jahren bereits wurde er König von Makedonien und dehnte sein Reich immer weiter aus. Nachdem er seine Position als Hegemon des korinthischen Bundes in Griechenland gesichert hatte, zog er gegen Persien. Er besiegte Dareios III. in der Schlacht bei Issos 333 v.Chr. und 332 besetzte er Ägypten. Nur ein Jahr später gründete er das berühmte Alexandria. 331 v.Chr. schlug er bei der Schlacht bei Gaugamela Dareios III. ein weiteres Mal und ab 330 v.Chr. hatte er das persische Kernland vollständig erobert. Der flüchtende Dareios wurde später erobert, was Alexander zum alleinigen Herrscher über sein neues Reich machte. Es zog ihn weiter nach Sogdien, Baktrien bis nach Indien. Damit trieb er auch die Hellenisierung jener Reiche voran. Danach war er jedoch gezwungen nach Persien zurückzukehren, wobei er beim Rückmarsch mehrere tausend Mann verlor. 323 v.Chr., nur einen Monat vor seinem 33.Geburtstag, verstarb Alexander. Ob er vergiftet wurde oder welche Krankheit genau es war, die ihn dahinraffte, darüber wird noch heute spekuliert. Mit seinem Tod jedoch fand bald auch sein Großreich sein Ende. Es zerfiel in verschiedene Königreiche unter seinen Feldherren und führte somit zur Gründung der hellenistischen Reiche. 

7. Hannibal

Hannibal Parkas wurde um 246 v.Chr. als Sohn des karthagischen Feldherrn Hamilcar Barkas, der im 1.Punischen Krieg kämpfte, geboren. 218 v.Chr. brach der 2.Punische Krieg aus und Hannibal fügte den Römern große Verluste zu. Mit seinem Heer überquerte er die Alpen und ging bald militärisch gegen die Römer in ihrem eigenen Kernland vor. Zunächst konnte er einige große Siege erlangen und 216 v.Chr. vernichtete er bei Cannae nahezu vollständig eine römische Armee von 16 Legionen (ca. 80.000 Mann). 202 v.Chr. erlitt er bei der Schlacht bei Mama gegen den römischen Feldherr Scipio seine erste Niederlage und er zog sich nach dem Friedensschluss Karthagos mit Rom in die Innenpolitik zurück. 195 v.Chr. wurde er ins Exil getrieben und fand Zuflucht in verschiedenen hellenistischen Königreichen. 183 v.Chr. entzog sich Hannibal der Auslieferung an die Römer durch den bithynischen König indem er Gift einnahm. 

8. Julius Caesar

Geboren wurde Gaus Julius Caesar in das Patriziergeschlecht der Julier am 13.Juli. 100 v.Chr. Obwohl aus dem Adelsstand war seine Familie, gemessen an ihrem Stand, nicht reich. 69 oder 68 v.Chr. wurde er Quästor und wurde in den römischen Senat aufgenommen. 63 v.Chr. wurde er zum Pontifex Maximus gewählt, ein Amt das traditionell ehemaligen Konsuln verliehen wurde. Er wurde rasch für seine aggressive Kriegsführung und seine Fähigkeit als Stratege bekannt. 60 v.Chr. schloss er ein Bündnis mit Marcus Crassus und Gnaeus Pompeius, das erste Triumvirat. 58 v.Chr. zog er nach Gallien, das er 51 v.Chr. bis zum Rhein erobert hatte. Gegen ihn erhob sich der berühmte Vercingetorix, der sich jedoch nach der Belagerung und Schlacht um Alesia 53 v.Chr. ergeben musste. Sein brutalter Eroberungsfeldzug gegen die Stämme der Gallier ist ein frühes Beispiel für Völkermord, als welcher er auch heute gewertet wird. 53 v.Chr. fiel Crassus gegen die Parther, womit das Triumvirat nicht mehr existierte. Caesar wurde durch den Senat die politische Macht entzogen, daher entschloss er sich gewaltsam gegen die Republik zu wenden. Ein Bürgerkrieg brach aus und Caesar kämpfte gegen seinen einstigen Verbündeten Pompeius. Bis 45 v.Chr. dauerte der Krieg, wobei sich Caesar durchsetzen konnte und Pompeius bis nach Ägypten verfolgen ließ, wo jener schließlich ermordet wurde. Er ging selbst nach Ägypten, wo er die berühmte Kleopatra kennen und lieben lernte. 46 v.Chr. ließ sich Caesar zum Diktator ernennen. 44 v.Chr. wurde er während einer Senatssitzung ermordet, unter anderem war sein Adoptivsohn Brutus daran beteiligt. 

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9. Kleopatra

Geboren wurde Kleopatra als Tochter des Ptolemaios XII. von Ägypten im Jahr 69 v.Chr. 52 v.Chr. wurde sie vermutlich zur Mitregentin ernannt und bestieg 51 v.Chr. mit ihrem Bruder Ptolemaios XIII. den Thron, den sie auch heiratete. Zunächst herrschte sie alleine, ließ sich auf Münzen, Inschriften und Reliefs alleine darstellen. 49 v.Chr. wurde sie aus Alexandria vertrieben, stellte jedoch nur wenig später ein Heer auf um gegen ihren Bruder vorzugehen. 48 v.Chr. landete Caesar in Ägypten und Kleopatra schaffte es unerkannt ihn aufzusuchen und gewann ihn für ihre Sache. Ihr Bruder und ihre Schwester wurden im Palast festgesetzt und Kleopatra selbst nahm wieder ihre vorige Position ein. Noch im selben Jahr wurde ihr Bruder freigelassen, der militärisch gegen Caesar vorging, jedoch 47 v.Chr. unterlag und starb. Kleopatra begleitete Caesar nach Rom, die sich offen zu ihrer Liaison bekannten. Zu jenem Zeitpunkt war der gemeinsame Sohn Caesarion bereits geboren, jedoch musste Kleopatra 44 v.Chr., nach dem Tod Caesars, fliehen. Nach ihrer Rückkehr in Ägypten soll sie ihren Bruder Ptolemaios XIV., der ihr Mitregent war, vergiftet haben. 41 v.Chr. lernte sie den römischen Politiker und Feldherr Marcus Antonius kennen und lieben. Mit diesem hatte sie die Zwillinge Alexander Helios und Kleopatra Selene. Den Krieg gegen Ocatvian, seinen einstigen Verbündeten, verlor Antonius, was auch das Ende der Kleopatra bedeutet. Nach einer letzten Entscheidungsschlacht ergaben sich die Ägypter, Antonius stürzte sich ins Schwert und Kleopatra nahm sich ebenfalls das Leben. Somit zerfiel das ägyptische Königreich, mit ihr war die letzte Königin von Ägypten und Pharaonin gestorben.

10. Augustus

63 v.Chr. wurde Augustus als Gaius Octavius geboren. Seine Mutter war Atia, eine Nichte des Caesar. Da Caesar keinen gesetzlich anerkannten Sohn hatte, nahm er sich des Octavius an. Caesar hatte ihn noch vor seinem Tod adoptiert und zum Haupterben seines Privatvermögens gemacht. Er ließ die Mörder Caesar verfolgen und töten, auch Brutus. Mit Marcus Antonius begründete er das zweite Triumvirat. Gegen jenen ging er jedoch später ebenfalls um die Alleinherrschaft vor. Ein Bürgerkrieg brach aus, den Octavius für sich entscheiden konnte. 27 v.Chr. erhielt er den Ehrennamen Augustus und das Prinzipat wurde begründet. Von da an regierte Augustus faktisch alleine, obwohl der Senat weiterhin existierte. Unter Augustus fand eine vollkommen neue Umstrukturierung des römischen Reiches statt, sowohl wirtschaftlich wie auch gesellschaftlich. Nach ihm sollte das römische Kaiserreich noch lange bestehen und ging schließlich im 5. Jh.v.Chr. unter.

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Remembrence Pogromnacht Innsbruck 1938

Dieses Jahr gedenken wir erneut den Opfern des Novemberpogroms 1938. Vor 79 Jahren gab es von der Nacht vom 9. auf den 10. November organisierte Gewalt gegen Juden im gesamten deutschen Reich durch das nationalsozialistische Regime. So auch in Innsbruck. Was ist das Novemberpogrom? Das Novemberpogrom ist auch als (Reichs)Kristallnacht oder Reichspogromnacht bekannt. “Kristallnacht” bezieht sich auf die zerstreuten Glasscherben zerstörter Wohnungen, Büros, Läden, Synagogen und andere jüdische Einrichtungen. Als Vorwand für diese Ausschreitung der Gewalt gegen Juden in Deutschland, Österreich und der Tschechoslowakei, wurde das Attentat auf den deutschen Diplomaten Ernst vom Rath durch den 17-jährigen Juden Herschel Grynszpan am 7.11.1938 genommen. Für die NS-Führung war das ein gefundenes Fressen, denn einigen war die Diskrimierung durch das Gesetz nicht genug. Die Zahl der Opfer variiert von 36, 91 bis zu 100. Seiten des NS-Regimes wurde die Zahl nach unten gesetzt. Inzwischen werden auch die Juden zu den Opfern des Pogroms gezählt, die sich in Folge der Geschehnisse das Leben nahmen. Manche Historiker gehen von bis zu 400 Opfern aus. Es wurden über 1400 Synagogen zerstört wie auch sonstige Versammlungsorte, tausende Geschäfte und Läden, Friedhöfe und Wohnungen. Nach dem 10.November wurden um die 30.000 Juden in Konzentrationslager gesteckt, wo mehrere Hunderte ermordet wurden oder an den Haftfolgen starben. 9. – 10. November 1938, Innsbruck Um 1 Uhr früh versammelten sich NSDAP-Mitglieder in der Bürgerstraße 10 im SA-Standartenheim. Unter SS-Oberführer Johann Feil bereitete man sich auf die Ausschreitungen vor. In zivil gekleidete SS-Männer wurden in Gruppen aufgeteilt. In den nächsten Stunden drangen jene Männer in die Wohnungen von Richard Berger, Richard Graubart und Wilhelm Bauer ein und ermordeten diese. Zudem wurde mehrere Innsbrucker Juden schwer verletzt, darunter Josef Adler, der seinen Verletzungen zwei Monate später erlag. Die Wohnungen wurden schwer beschädigt, zwei Geschäfte geplündert und die Einrichtung der Synagoge zerstört. Ein Eingreifen durch die Feuerwehr wurde durch Oberbürgermeister und obersten Befehlshaber der Feuerwehr, Dr. Egon Den, verhindert. Polizeidirektor Dr. Adolf Franzelin, ein SS-Untersturmführer, gab den Befehl in jener Nacht keine Notrufe entgegenzunehmen. Die Bevölkerung Innsbruck beteiligte sich nicht an den Ausschreitungen. Die Opfer Richard Berger Berger wurde 1885 in Brünn, Böhmen, geboren und ließ sich später in Innsbruck nieder. Er war ausgebildeter Brückenbauingenieur und arbeitete als Oberbaurat bei der Bauabteilung der Bundesbahndirektion Innsbruck. 1915 heiratete er Margarete Weiss, mit der er zwei Söhne hatte: Walter und Fritz (Frederic). 1937 wurde ihm das Ritterkreuz von Fürst Franz I. von Lichtenstein verliehen. Nach dem Anschluss Österreichs wurde er außerdem zum Vorstand der Israelitischen Kulturgemeinde für Tirol und Vorarlberg gewählt. In der Nacht auf den 9. zum 10. November drangen Mitglieder der 87. SS-Standarte in seine Wohnung in der Anichstraße 13 ein und zwangen ihn in ein Auto. Sie fuhren mit ihm nach Kranebitten, wo sie ihn am Innufer den Schädel einschlugen und seinen leblosen Körper anschließend in den Inn warfen. Nachdem seine Leiche geborgen wurde, wurde sein Körper nach München überstellt und dort eingeäschert. Sein Sohn Walter wanderte noch im selben Jahr nach Palästina aus. Bergers Frau Margarete folgte ihrem Sohn 1939 mit der Urne ihres Mannes. Sohn Fritz gelangte im selben Jahr über Holland und Belgien nach England. Dort änderte er seinen Namen auf Frederic Benson, trat 1940 der britischen Armee bei und war an der Verhaftung des SS-Studentenführers Gerhard Lausegger beteiligt. 1983 wurde eine Straße im Gewerbegebiet Mühlau/Arzl nach Berger benannt. Wilhelm Bauer Dr.Wilhelm Bauer lebte mit seiner Frau Edith und den Kindern Thomas und Eva im Erdgeschoss der Villa, wo auch Richard Graubart mit seiner Familie lebte (Gänsebacherstraße 5). Bauer war Kaufmann und Chef der jüdischen Handelsorganisation. In der Nacht vom 9. auf den 10. November wurde er zusammen mit seinem Freund, Richard Graubart, brutal niedergestochen. Eine Obduktion der Leiche wurde durch die Gestapo verhindert und seine Leiche, wie die von Berger, auch nach München überführt und eingeäschert. Wilhelms Mutter Flora und Bruder Stefan wurden in derselben Nacht in der Andreas-Hofer-Straße überfallen und verletzt. Am Tag vor der Pogromnacht machten Bauer und Graubart eine letzte Bergtour. Am 12.November wären sie nach Wien zwangsumgesiedelt worden. Zusammen mit Margarethe Graubart, flüchtete Bauers Frau Edith mit den Kindern nach Wien. Die Kinder Thomas und Eva kamen 1939 über einen Kindertransport nach England, wohin Edith im selben Jahr ebenfalls flüchten konnte. Später emigrierte die Familie nach Kanada. Richard Graubart Graubart wurde 1899 als Sohn von Simon und Sofie Graubart in Innsbruck geboren. Mit seinen Brüdern lebte er in der Museumsstraße, wo sich auch das Schuhgeschäft der Familie befand (“Schuhgeschäft Graubart“). Als 17-Jähriger wurde er 1917 in den Krieg eingezogen und erreichte den Rang eines Feldwebels. Nachdem er im November 1918 abgerüstet hatte, kehrte er nach Wien zurück, um sein Studium fortzusetzen. 1931 heiratete er Margarethe Hermann, mit der er eine Tochter, Vera, hatte. Nach dem Tod des Vaters führte er mit seinem Bruder, Alfred, das Schuhgeschäft weiter. Nach dem Anschluss Österreichs, wurde das “Schuhgeschäft Graubart” Zielscheibe öffentlicher Diffamierungen und Fensterschmierereien. In der Nacht vom 9. auf den 10. November läuteten als zivil-verkleidete SS-Männer, an seiner Wohnung und drangen mit dem Vorwand einer Hausdurchsuchung ein. Anführer dieser Männer war SS-Hauptsturmführer Hans Aichinger. Richards Frau und Tochter wurden in ein Zimmer weggesperrt und er selbst durch einen Dolchstoß getötet. Als seine Frau einen Arzt anrufen wollte, wurde die Leitung aus der Wand gerissen. Eine Stunde später traf ein Arzt ein und auf dem Weg zum Krankenhaus verstarb Graubart. Es wurde sogar ein Verfahren eingeleitet, wegen dem Mord an Graubart und Bauer. Jedoch wurde es eingestellt, da der SS-Hauptsturmführer und seine Männer “nur auf Befehl” gehandelt hätten. Die Villa wurde bereits vorher Mitgliedern der NSDAP versprochen und so bewohnte der Bürgermeister der Stadt, Edmund Christoph, die Wohnung der Graubarts. Wie bereits vorher erwähnt konnte Margarethe mit der Tochter und der Familie Bauer nach Wien flüchten. Alfred, der Bruder Richards, wurde in seiner Wohnung am Haydenplatz 8 schwer misshandelt. Tochter Vera, gelangte mit den Bauer-Kindern, über denselben Kindertransport nach London. Dorthin folgte Margarethe ihrer Tochter und kehrte nach dem Krieg nach Innsbruck zurück. Dort bemühte sie sich um Rückstellungsverfahren des Wohnhauses und Betriebes ihrer Eltern. 1954 bezog sie eine Wohnung in der Villa (Villa Graubart). Dort lebte sie bis zum Verkauf des Hauses 1996. Darauf zog sie zu ihrer Tochter nach England, wo sie bis zu ihrem Tod 2002 lebte. Margarethes Eltern, Alois und Wilhelmine Hermann, wurden 1942 im Vernichtsungslager Kulmhof ermordet. Richard Graubarts Brüder konnten ebenfalls nach England flüchten. Alfred kehrte 1960 nach Österreich zurück und verstarb 1980 in Wien. Richard Graubart ist am Westfriedhof Innsbruck bestattet und sein Name ist, wie der der anderen Opfer, am Pogromdenkmal Innsbruck am Eduard-Wallnöfer-Platz, eingraviert. Weitere Opfer Neben den Todesopfern wurde weitere Juden in Innsbruck schwer verletzt, wovon einer, Josef Adler, zwei Monate später an seinen Verletzungen starb. Unter diesen Verletzten waren: Flora Bauer, Stefan Bauer, Karl Bauer, Rudolf und Julie Brüll, Berta Dannhauser, Ephraim und Mina Diamand, Eduard Fuchs, Arthur Goldenberg, Alfred Graubart, Julius Meisel, Friedrich und Dora Pasch, Julius und Laura Popper, Louis Rado, Helene Rosenstein und Sohn Fritz, Richard Schwarz und Wolf Meier Turteltaub. Ich bin absichtlich nicht genau auf die Täter eingegangen, da ich mich auf die Opfer konzentrieren wollte. Falls jedoch Interesse besteht, was aus diesen wurde, ob sie bestraft wurden und wie sich diese Strafe äußerte, kann ich gerne einen Beitrag dazu machen.  Wichtige und interessante Lektüre Hier findet ihr Links zu Beiträgen, von denen ich die Informationen entnommen habe und die tiefer in die Materie gehen. Außerdem noch ein paar Literaturempfehlungen, die hier in Innsbruck beim Hamon Verlag erhältlich sind. Links Über das Pogrom in Innsbruck:  http://tirol.orf.at/news/stories/2613844/ (Betrag über das Novemberpogrom in Innsbruck) http://www.novemberpogrom1938.at/index.html (beschäftigt sich sehr ausführlich mit den Geschehnissen, den Opfern und Tätern. Unbedingt besuchen!) http://www.eduard-wallnoefer-platz.at/index.php (Website zum Landhaus, dem Pogromdenkmal und dem Befreiungsdenkmal) http://www.ikg-innsbruck.at/geschichte/ (Website der Israelitischen Kulturgemeinde Innsbruck und Vorarlberg) http://www.erinnern.at/bundeslaender/oesterreich/gedaechtnisorte-gedenkstaetten/katalog/juedischer_friedhof_innsbruck (Jüdischer Friedhof in Innsbruck, ein Besuch ist es wert) Allgemeine Informationen über das Pogrom:  http://motlc.wiesenthal.com/site/pp.asp?c=gvKVLcMVIuG&b=394679 (Von der Wiesenthal-Organisation, bietet auch Einblicke in Quellen, die über da Pogrom berichten) http://www.antisemitismus.net/shoah/kristallnacht.htm https://www.lpb-bw.de/reichspogromnacht.html http://www.focus.de/wissen/mensch/geschichte/tid-34566/reichskristallnacht-die-katastrophe-vor-der-katastrophe_aid_1152375.html Literaturempfehlungen:  Erhältlich beim Haymon in Innsbruck. Hier der Link: http://www.haymonverlag.at/page.cfm?vpath=buchdetails&titnr=7242 Ebenfalls erhältlich beim Haymon in Innsbruck. Link: http://www.haymonverlag.at/page.cfm?vpath=buchdetails&titnr=572 Ebenso verfügbar beim Haymon. Der Link: http://www.haymonverlag.at/page.cfm?vpath=buchdetails&titnr=7021 Beim Haymon oder hier bestellbar: http://www.haymonverlag.at/page.cfm?vpath=buchdetails&titnr=637 Beim Haymon Verlag wurde einige Bücher zur Geschichte der Juden in Innsbruck veröffentlicht. Ich würde gerne alle verlinken, doch sonst wird es zu lang. Schaut einfach bei der Website vorbei oder informiert euch vor Ort, wenn euch jüdische Geschichte, insbesondere die von Tirol, interessiert 🙂 

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